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Berliner Weisse

Berliner Weisse

Ein sehr helles, erfrischendes, alkoholarmes deutsches Weizenbier mit einer sauberen Milchsäure und einem sehr hohen Kohlensäuregehalt. Ein leichtes Brotteigmalzaroma unterstützt die Säure, die nicht künstlich wirken soll. In den besten Exemplaren findet sich eine leichte Fruchtigkeit.

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Ungefähre Farbdarstellung von Berliner Weisse2–3 SRM

Kennwertbereiche

Alkohol · ABV

2.8–3.8%

Bittere · IBU

3–8

Farbe · SRM

2–3

Anfangsdichte · OG

1.028–1.032

Enddichte · FG

1.003–1.006

Die Wertebereiche beschreiben einen Stil, kein einzelnes Bier. Die Farbe ist eine Näherung. Licht und Glasform beeinflussen den Eindruck.

Aussehen

Strohgelbe Farbe, kann sehr hell sein. Die Klarheit reicht von klar bis etwas trüb. Große, dichte, weiße Schaumkrone mit geringer Haltbarkeit. Stark sprudelnd.

Aroma

Es dominiert ein mäßiger bis mäßig scharfer, saurer Charakter. Kann bis zu einer mäßigen Fruchtigkeit aufweisen, oft Zitrone, säuerlicher Apfel, Pfirsich oder Aprikose, und eine leichte blumige Note. Kein Hopfenaroma. Der Weizen kann in frischeren Versionen als roher Brotteig wahrgenommen werden; in Verbindung mit der Säure kann er an Sauerteigbrot erinnern.

Geschmack

Eine saubere Milchsäure dominiert und kann ziemlich stark sein. Ein ergänzender teigiger, brotiger oder getreidiger Weizengeschmack ist im Allgemeinen erkennbar. Die Hopfenbittere ist nicht nachweisbar; die Säure sorgt eher für das Gleichgewicht als der Hopfen. Niemals essigartig. Helle, aber zurückhaltende Fruchtigkeit kann als Aprikose Pfirsich, Zitrus-Zitrone oder säuerlicher Apfel wahrgenommen werden. Sehr trockener Abgang. Das Gleichgewicht wird von der Säure dominiert, aber ein gewisser Malzgeschmack sollte vorhanden sein. Kein Hopfenaroma. Kein THP.

Mundgefühl

Leichter Körper, aber nie dünn. Sehr hohe Karbonisierung. Kein Gefühl von Alkohol. Rezente Säure.

Anmerkungen

Jeder Brett-Charakter ist zurückhaltend und wird typischerweise durch fruchtige und blumige Noten ausgedrückt, nicht durch ausgeprägt wilde Gärnoten. Gealterte Exemplare können einen Apfelwein-, Honig-, Heu- oder sanften Wildblumengeschmack und manchmal einen erhöhten Säuregehalt aufweisen. In Deutschland wird es als Schankbier klassifiziert und bezeichnet ein alkoholarmes Bier mit einer Stammwürze von 7–8 °P. Versionen mit Zusatz von Früchten oder Gewürzen fallen unter Fruchtbier; Gewürz-, Kräuter- und Gemüsebier; oder Frucht- und Gewürzbier, je nach den verwendeten Zutaten.

Geschichte

Eine regionale Spezialität Berlins. Wegen seines spritzigen und eleganten Charakters wurde es 1809 von Napoleons Truppen als "Champagner des Nordens" bezeichnet. Früher wurde es geräuchert, und es gab auch eine Version in Märzenstärke (14 °P). In Deutschland immer seltener, aber inzwischen in mehreren anderen Ländern hergestellt.

Typische Zutaten

Pilsner Malz. In der Regel Weizenmalz, oft mindestens die Hälfte der Schüttung. Eine symbiotische Co-Fermentierung mit obergäriger Hefe und LAB sorgt für die scharfe Säure, die durch Verschnitt von Bieren unterschiedlichen Alters während der Gärung und durch kühle Reifung verstärkt werden kann. Traditionell ist das Dekoktionsmaischen mit Maischehopfung. Deutsche Brauwissenschaftler glauben, dass Brett für das richtige, fruchtig-blumige Geschmacksprofil unerlässlich ist.

Stilvergleich

Im Vergleich zum Lambic hat es eine saubere Milchsäure mit zurückhaltendem bis unter die sensorische Schwelle gehendem Brett. Auch der Alkoholgehalt ist niedriger. Im Vergleich zu Straight Sour Beer und Catharina Sour hat es einen geringeren Alkoholgehalt und kann Brett enthalten.